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Auf die Bücher, fertig, los!

19. Dezember 2018

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© Clem Onojeghuo, Unsplash


Jetzt ist endlich Zeit für gemütliche Leseabende und dicke Schmöker. Passend dazu versammelt sich vom 10. bis 14. Oktober die Verlagsszene zur Buchmesse in Frankfurt. Im Gepäck: Tausende Neuerscheinungen! Wir haben schon mal vorgeblättert und vielversprechende Romane, Krimis, Sach- und Hörbücher herausgepickt.

Min Jin Lee – Ein einfaches Leben (dtv, 24 Euro)

Sunja lebt in einem Dorf im Süden Koreas und wird mit 16 Jahren schwanger von einem Mann, der nicht nur zwielichtig, sondern auch verheiratet ist. Ein christlicher Pfarrer scheint die letzte Rettung zu sein, um die Familie vor der Schande zu bewahren: Er reist mit Sunja nach Japan und nimmt sie zur Frau. Fernab ihrer Heimat beginnt sie ein neues Leben und bringt zwei Söhne zur Welt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Min Jin Lee erzählt in ihrem Roman eine fesselnde Familiengeschichte über vier Generationen, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die späten 1980er Jahre. Nicht ohne Grund war das Buch 2017 ein Bestseller in den USA und unter den Finalisten des National Book Awards.

 

Dörte Hansen – Mittagsstunde (Penguin, 22 Euro)

Mit ihrem Debütroman »Altes Land« stürmte die Journalistin Dörte Hansen 2015 die Bestsellerlisten. Auch ihr neuer Roman spielt in Norddeutschland, genauer gesagt in einem nordfriesischen Dorf. Dorthin kehrt Ingwer Feddersen mit fast 50 Jahren zurück. Sein altes Leben in Kiel hat er aufgegeben, um sich in seinem Heimatdorf um seine Großeltern zu kümmern. Doch auf dem Land ist nichts mehr so wie früher. Ruhig, aber gefühlvoll erzählt Hansen von einem Dorf zwischen Tradition und Moderne, vom Wandel der Gesellschaft und der Zeit und einem Mann auf der Suche nach sich selbst.

 

Oliver Guez – Das Verschwinden des Josef Mengele (Aufbau Verlag, 20 Euro)

Josef Mengele ist auch als »Todesengel von Auschwitz« bekannt. Als Lagerarzt beteiligte er sich an den Selektionen und führte bestialische medizinische Experimente durch. 1949 floh er nach Argentinien. Vor einem Gericht verantworten musste er sich nie. Der französische Journalist Oliver Guez hat Biografien und Dokumente über den Naziverbrecher, Zeugenberichte und Fahndungsakten studiert, bevor er die unglaubliche Geschichte Mengeles in Romanform aufgeschrieben hat. Das Ergebnis lässt einen aufgewühlt zurück, weil man weiß, dass das, was sich wie ein spannender Thriller liest, in etwa so gewesen ist.

 

Thomas Raab – Walter muss weg (Kiepenheuer & Witsch, 20 Euro)

Nach 53 Ehejahren ist so weit: Walter ist tot. Endlich, findet seine Frau Hannelore Huber, die ihn all die Jahre eher ausgehalten als geliebt hat. Doch so ganz kann sie das Kapitel noch nicht abschließen, denn bei der Beerdigung liegt ein anderer im Sarg und Walter ist verschwunden. Mit Gehstock und gutem Gespür macht sich die griesgrämige Witwe auf die Suche nach Walter und den anderen Leichen, die die scheinheiligen Dorfbewohner Glaubenthals in ihren Kellern haben. Höchst unterhaltsam und irre komisch.

 

Louise Hay – Vom Glück des Alters (Allegria, 16 Euro)

Zu den Themen Achtsamkeit, Mindset und Meditation erscheinen aktuell gefühlt täglich neue Ratgeber. Louise Hay richtet ihren Blick auf die Älteren. Die amerikanische Lebenshilfeautorin hat selbst zig Schicksalsschläge erlitten und erfahren, dass positives Denken Körper und Seele heilen kann. Im ersten Teil des Buches hält der Leser anhand eines Fragebogens seinen persönlichen Ist-Zustand fest und lernt in der Folge, mithilfe konkreter Affirmationen und Denkanstöße negative Gedanken in positive umzuwandeln, Ängste abzulegen und sich in Selbstliebe zu üben. Geben Sie das Buch nach der Lektüre am besten gleich an Ihre nächste Generation weiter, denn zum Glücklich-alt-Werden ist es eigentlich nie zu früh.

 

Reiner Lehberger – Die Schmidts. Ein Jahrhundertpaar (Hoffmann und Campe, 24 Euro)

Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt wäre am 23. Dezember dieses Jahres 100 Jahre alt geworden, seine Frau Loki im März 2019. Vor drei Jahren ist Helmut gestorben, Loki starb 2010. Die beiden waren mehr als sechs Jahrzehnte miteinander verheiratet, kannten sich sogar schon seit Schulzeiten. Nach außen wirkten sie trotz politischer und privater Krisen wie ein perfektes Team. Eine Doppelbiografie zeichnet jetzt das Leben dieses außergewöhnlichen Paares nach. Reiner Lehberger, der 2014 schon eine umfassende Biografie zu Loki Schmidt vorgelegt hat, begibt sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte und durchs Familienalbum der Schmidts. Er zeigt, dass das Politische und das Private oft eng miteinander verbunden waren. Lehberger porträtiert nicht nur den bedeutenden Staatsmann, nicht nur seine engagierte und emanzipierte Frau, sondern vor allem das Paar, das trotz Affäre und politischer Herausforderungen bis zum Schluss zusammengehalten hat.

 

Anne Gesthuysen – Mädelsabend, gelesen von Eva Mattes (Argon Hörbuch, 19,95 Euro)

Das Ehepaar Ruth und Walter lebt im Seniorenheim Burg Winnethal. Während Ruth sich dort pudelwohl fühlt, würde Walter lieber heute als morgen die Koffer packen. Doch dann meldet sich Enkelin Sara, selbst Ehefrau und Mutter, und sucht Rat bei ihrer Großmutter. Zwei unterschiedliche Generationen, doch ein und dieselbe Frage: Wie bringt man Selbstverwirklichung, Ehe und Familie unter einen Hut? Gelesen wird die Geschichte von der Sprecherin und Schauspielerin Eva Mattes, die in diesem Jahr mit dem Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises ausgezeichnet wurde.

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