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Auf eine Tasse Kaffee mit Milenka Dujmovic

Milenka Dujmovic aus dem AWO Seniorenzentrum Königsbrunn
Milenka Dujmovic aus dem AWO Seniorenzentrum Königsbrunn | ©Eric Langerbeins

Milenka Dujmovic aus dem AWO Seniorenzentrum Königsbrunn. Die gebürtige Kroatin war 22 Jahre lang mit dem »Magier« Vlado Stenzel verheiratet, der als Nationaltrainer 1978 die deutsche Handball-Mannschaft zum Weltmeister machte.

AWO Journal: Dank Vlado Stenzel gewann Deutschland acht WM-Titel und Medaillen bei Olympia. Wann und wo haben sich Ihre Wege gekreuzt?

Milenka Dujmovic: Das war in meiner Heimatstadt Subotica an der serbischungarischen Grenze. Ich war 18 Jahre und begegnete Vlado, der damals dort als Handballtrainer tätig war, auf der Straße. Mir fielen sofort seine wunderschönen, blauen Augen und seine elegante Art auf – es war Liebe auf den ersten Blick! Schon nach sechs Monaten reichte Vlado, der 34 und verheiratet war, die Scheidung ein.

Auch Ihre Ehe hielt nicht …

Immerhin 22 Jahre. Wir haben eine Tochter und einen Sohn und sind trotz der Trennung Freunde geblieben.

Interessieren Sie sich für Handball?

Natürlich! Ich habe die Weltmeisterschaft in Katar sehr genau verfolgt und mich nicht nur über den Erfolg der deutschen Mannschaft gefreut, sondern auch für Vlado: Er war als Experte wieder in aller Munde – sein Urteil zählt noch immer.

Kein Wunder, schließlich nahm mit ihm die große Zeit des deutschen Handballs ihren Anfang. Sind Sie damals viel herumgekommen?

1973, ein Jahr, nachdem Vlado mit der jugoslawischen Nationalmannschaft in München die Goldmedaille gewann, sind wir nach Deutschland gezogen. Vlado trainierte den Bundesligisten SC Phönix Essen und wir bewohnten ein großes Haus mit Garten und eigener Turnhalle. Später hatten wir einen Zweitwohnsitz in Zürich, ganz in der Nähe von Udo Jürgens‘ Haus. Als Vlado dann die deutsche Nationalmannschaft betreute, begann die Zeit des Zeit des Reisens. Ich habe viel gesehen: China, Japan, Skandinavien …

Da haben Sie sicherlich prominente Sportler getroffen, oder?

Einige – z. B. Boris Becker, Maradona oder den damals 16-jährigen Lothar Matthäus. Der war ein Bauernjunge, der keine drei geraden Sätze herausbrachte. Aber mein Mann sagte damals zu mir: »Der wird mal ein ganz Großer.« Besonders beeindruckt hat mich aber Franz Beckenbauer. Er ist warmherzig, verständnisvoll, charismatisch und ganz ohne Allüren.

1991 war ein Schicksalsjahr für Sie: die Scheidung von Vlado Stenzel und der Beginn des Jugoslawienkrieges.

Ja, keine schöne Zeit. Ich habe während des Krieges meine Heimat Subotica besucht, die einst als Stadt der ethnischen Toleranz bekannt war. Dort lebten Ungarn, Serben und Kroaten sehr lange sehr friedlich miteinander, und es war traurig zu erleben, wie alles zerstört wurde.

Vor Kurzem hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag Serbien und Kroatien vom Vorwurf des Völkermordes im Bürgerkrieg auf dem Balkan freigesprochen. Ist denn auch in Ihrem Leben wieder Ruhe eingekehrt?

Ich habe noch einmal geheiratet, diesmal einen zehn Jahre jüngeren Kroaten. Auch diese Beziehung ging in die Brüche. Und ich bekam einen Gehirntumor, weshalb ich schließlich in das AWO Haus nach Königsbrunn zog, da ich allein nicht mehr zurechtkam. Aber ich bin eine Kämpfernatur – aufgeben kommt nicht infrage!

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