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Das Yin-Yang-Duell – Chili gegen Gurke

15. Januar 2012

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Kalte Hände und Füße, bleierne Müdigkeit, anfällig für Infekte aller Art – wer im Winter häufig unter diesen Symptomen leidet, dem kann die traditionelle Ernährungslehre Chinas durchaus helfen.

Seit Urgedenken ist eines der Grundprinzipien der chinesischen Medizin die Unterteilung in Yin und Yang. Dabei steht das Yin für Kälte, das Yang bedeutet Hitze. Dies ist auch die einfache Erklärung, warum Frauen in der Regel häufiger frieren als Männer. Sie haben schlichtweg mehr Yin in sich als ihre männlichen Pendants. Ein nicht zu verachtender Grund hierfür ist nicht selten der weibliche Wille nach gesünderer Ernährung. Frauen ziehen anstelle einer warmen Speise am Mittag eher mal Obst, rohes Gemüse oder einen Joghurt als Mahlzeit-Ersatz vor. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Vor allem im Winter jedoch wirkt sich das nicht immer positiv auf das Körpergefühl aus.

Laut chinesischer Ernährungslehre rauben kühlere Lebensmittel dem Körper wertvolle Energien.

Die Folge ist ein Wärmeverlust sowie die steigende Anfälligkeit für Infekte & Co. Deswegen rät die Tradition aus dem Land des Lächelns dazu, dem Körper im Winter mit so genannten wärmenden Nahrungsmitteln öfter mal ordentlich einzuheizen. Dank ihrer thermischen Wirkung sind zum Beispiel Chilischoten die perfekten Zutaten, um die innere Kälte zu vergraulen. In Maßen verspeist, verbreiten sie schnell ein angenehmes Wärmegefühl im Körper. Hervorragend eignen sie sich unter anderem als peppiges Gewürz in Suppen und Eintöpfen. Hierzu zählen auch die wintertypischen Gewürze Zimt, Thymian, Anis, Nelken, Pfeffer, Majoran, Rosmarin und Kümmel.

Kohl, Kürbis, Lauch oder Zwiebeln in der Suppe gekocht, bilden den idealen Frostschutz im Körper.

Neben ihrer wärmenden Eigenschaft bringen die traditionellen Wintergemüse wie zum Beispiel auch Rotkraut, Pastinake oder Rüben zusätzlich jede Menge wichtiger Vitamine mit und unterstützen damit die körpereigenen Abwehrkräfte. Optimale Lebensmittel in der kälteren Jahreszeit sind alle Arten von Nüssen sowie Trockenfrüchte, Hafer, Dinkel und Linsen. Wer es wild mag, ist darüber hinaus zum Beispiel bestens mit Lamm-, Hirsch- oder Rehfleisch bedient.

Südfrüchte und Salate sind dagegen die coolen Kandidaten für die Sommerzeit.

Im Vergleich zu 100 g Kohl verfügt zum Beispiel dieselbe Menge an Orangen nur über halb so viel Vitamin C. Aufgrund ihrer thermischen Wirkung gehören die Orangen und alle anderen Süd- und Zitrusfrüchte überdies zu den kühlenden Lebensmitteln. Gleiches gilt für knackige Salate mit Tomate oder Gurke sowie für belegte Brote. Zu den Überraschungskandidaten in dieser Kategorie zählen sicher der heiße Kaffee sowie viele Teesorten. Hierauf sollte während der Winterzeit eher verzichtet werden, da auch sie kühlend auf den Körper wirken. Ausnahmen bilden hierbei jedoch einige Sorten wie zum Beispiel Fenchel-, Ingwer- oder Wacholdertee. Auch Alkohol bringt so manch einen nach den ersten wohlig-wärmenden Schlucken ganz schön zum Frösteln.

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