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Frühlingsgrüße

14. April 2015

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Tulpen

Genug ist genug. Zwölf Wochen Winter liegen hinter uns, gefühlt sogar doppelt so viele. Aber jetzt kann selbst der größte Pessimist sicher sein: Der Frühling ist da – und das ist kein Aprilscherz! Überall herrscht Aufbruchstimmung: Igel, Haselmaus und Murmeltier erwachen aus dem Winterschlaf, Jungtiere werden geboren; Veilchen, Narzissen, Tulpen & Co. verpassen der Natur ein farbenfrohes Make-up, Autos fahren plötzlich »oben ohne«, und jeder scheint selbst am Montagmorgen beste Laune zu haben. Es ist, als ob in diesen Wochen eine Fee Glücksstaub über uns streut.

Mit Gedanken, Gedichten und mit Lieblingsrezepten der AWO BewohnerInnen wünschen wir allen einen schönen Start in die Freiluft-Saison!

AWO Seniorenzentrum Laufen

Frau Stahl

Theodor Storm (1817-1888)

Die Kinder haben Veilchen gepflückt,
all, all die kleinen, die da blühten im Mühlengraben.
Der Lenz ist da;
sie wollen ihn fest in ihren kleinen Fäusten haben.


Frau Fischer

Khalil Gibran (1883-1931)

In jedem Winter
steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht
verbirgt sich ein lächelnder Morgen.

AWO Altenzentrum Weilerswist

P1010072-KopieUnsere Bewohnerin Frau Dierkes ging gern im Frühjahr in die Natur hinaus, um die Tiere zu beobachten. Dafür setzte sie sich auf einen Stein an die Erft, ein Nebenfluss des Rheins, und schaute mal hinauf zu den sich gen Norden aufmachenden Wildgänsen oder hinunter ins Wasser zu den Forellen.

Forellen zu finden ist aber nicht ganz so einfach. Sie sind scheu und halten sich an tiefen Stellen der Bachläufe auf. Besonders lieben sie es, wenn das Gelände zugewachsen ist und es so Anglern Schwierigkeiten bereitet, dort zu fischen. An solchen versteckten Lagen ist die Nahrungskonkurrenz auch nicht so groß und sie können sich an Kleinfischen und Insekten satt essen.

Die Zugvögel verlassen im Frühjahr ihr Winterquartier und brechen gegen Norden auf Richtung Arktis. Die Eile ist groß – wer zuerst am Ziel ankommt, bekommt den besten Brutplatz und das schönste Weibchen.

AWO Seniorenzentrum Morillenhang

Frau Ramm

Eduard Mörike (1804-1875)

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja Du bist´s!
Dich hab’ ich vernommen!

AWO Seniorenzentrum Laufen

Frau Böswald

Nikolaus Lenau (1802-1850)

Lieblich war die Maiennacht,
Silberwölklein flogen
Ob der holden Frühlingspracht
Freudig hingezogen.
Schlummernd lagen Wies‘ und Hain,
Jeder Pfad verlassen,
Niemand als der Mondenschein
Wachte auf der Straßen.
Rauher war mein Postillon,
Ließ die Geißel knallen,
Ueber Berg und Thal davon
Frisch sein Horn erschallen.

AWO Seniorenzentrum Morillenhang

Frau Thinnes verrät den Lesern ihr Lieblingsrezept:
Grüne Kräutersoße

2 hartgekochte Eier
1 Gewürzgurke
1 Zwiebel
1 EL Kapern
4-5 EL Kräuter
(Petersilie, Dill, Kerbel, Zitronenmelisse,
Estragon, Liebstöckel, Schnittlauch)
4-5 EL Öl
2-3 EL Weinessig pur oder mit
Zitronensaft gemischt
2 EL kalte Fleischbrühe
2 EL Weißwein
1-2 TL Senf
Salz
frisch gemahlener Weißer Pfeffer

Eier und Gurke fein würfeln; Zwiebeln, Kapern sowie gewaschene und getrocknete Kräuter feinhacken. Schnittlauch in dünne Röllchen schneiden. Öl mit Essig und Zitronensaft, Fleischbrühe, Weißwein und Senf sowie Salz in einem Gefäß mindestens 2 Minuten gut vermengen. Mit Pfeffer und Salz noch abschmecken. Grüne Kräutersoße passt gut zu kaltem Fleisch, zu neuen Kartoffeln, zu hart gekochten Eiern und Blattsalat. Guten Appetit!

AWO »Feierabendhaus« Bad Salzuflen

Frau Schüren

Was eine Frau im Frühling träumt

Seniorin im FrühlingIch denke darüber nach, ob es sich lohnt, etwas für mein gepflegtes Äußeres zu tun … Aber ja! Wenn es mir gut tut, dann sollte ich mir überlegen, was sich da anbietet. Vielleicht ist eine Gesichtsbehandlung nötig ? Ich schaue in den Spiegel und sehe das Gesicht einer alten Frau! Wie schön wäre es, könnte man da ein bisschen verändern. Natürlich werde ich nicht gleich eine junge Schönheit, aber vielleicht kann ich mich danach besser leiden. Das wäre doch schon ein Erfolg.

Und was kostet so etwas? Ich erkundige mich und erfahre, dass es auch schon für einen geringen Betrag eine Gesichtsmassage gibt. Und da gerade der Muttertag vor der Tür steht, wo mir mein Sohn eine Freude machen will, verzichte ich gern auf Geschenke, die ich eigentlich sowieso nicht brauche, und bitte um einen Gutschein für die Kosmetikerin. Zum Glück haben wir eine im Hause, also habe ich es ganz bequem. Mein Sohn ist großzügig, und ich darf eine größere Behandlung nehmen.

Das Abenteuer kann beginnen! Ich nehme auf der Liege Platz, bin ganz entspannt – leise Musik erklingt. Mein Gesicht, der Hals und die Schultern werden mit einer feuchtwarmen Kompresse belegt, sanft angedrückt zum Durchbluten der Haut und Öffnen der Poren. Dann beginnen angenehm zarte Hände, das ganze Gesicht mit sanften, jedoch zielstrebigen kreisenden Bewegungen zu massieren. Es ist ein äußerst angenehmes Gefühl, das sich einstellt. Diese Prozedur – warme Kompressen und Massagen mit natürlichen Essenzen, die in die Haut einmassiert werden – wiederholt sich mehrmals. Das Ergebnis: Ich fühle mich wohl. Und ich werde mir bei nächster Gelegenheit wieder einen Gutschein für eine Gesichtsbehandlung.

AWO Altenzentrum Heinsberg

Frau Hoffmann

Frischer Kräuterquark auf Kornbrot

1 Scheibe Vollkorn- oder Mehrkornbrot
1 Esslöffel Quark/Magerquark (ca. 20 g)
1 Teelöffel frisch geschnittene saisonale Kräuter
(z. B. Bärlauch, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch);
je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Knoblauch
etc. verfeinern

Gurkenkönigin Fr. Katharina Hoffmann HeinsbergDieses Rezept wurde von der Bewohnerin Katharina Hoffmann eingereicht, die zeigt, dass »urban gardening« auch Senioren großen Spaß bereitet. Die 93-Jährige züchtet seit Jahren auf ihrem Balkon im AWO Altenzentrum frische Kräuter sowie Gemüse. Wenn es soweit ist, genießt sie ihre Ernte frisch zubereitet zum Frühstück. Frau Hoffmann ist beim Sähen und Ernten so erfolgreich, dass sie bereits mehrfach den Anzuchtwettbewerb des AWO Altenzentrums gewonnen hat und sich »Kräuter- und Gurkenkönigin« nennen darf. Herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Hoffmann!

AWO Altenzentrum Weilerswist

Frau Kann und Frau Mühlchen

Frau Kann und Frau MühlchenFrau Kann und Frau Mühlchen sind sich einig: Das Schönste am Frühling ist der Garten mit seinen Frühjahrsblühern Tulpen, Narzissen, Buschwindröschen, Krokussen und Schneeglöckchen. Frau Kann hat früher im Garten über 300 Tulpenzwiebeln vergraben, und auch Frau Mühlchen hat einen grünen Daumen. Ihr ganzer Stolz war das Blumenmeer in ihrem Garten.

Frühjahrsblüher sehen nicht nur toll aus, sondern sie haben auch so einige Tricks drauf, um bei den oft noch niedrigen Temperaturen und bei anderen Wetterbedingungen zurechtzukommen: Sie verfügen über Speicherorgane für Wasser; sie schließen ihre Blüten, um sich vor Kälte oder Wind zu schützen. Schneeglöckchen lagern Salze ein, um gegen Frost gewappnet zu sein.

Die Zwiebeln der Frühjahrsblüher sind scharf im Geschmack oder sogar giftig, damit sie nicht in der
Vegetationspause gegessen werden.

 

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