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Hinter den Kulissen eines Seniorenzentrums

15. November 2013

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Menschen im Seniorenzemtrum sollten rundum bestens betreut werden – von der Pflege bis zum Freizeitprogramm, vom ausgewogenen Speiseplan bis zur sauberen Wäsche. Um das zu gewährleisten, legen sich Tag für Tag hunderte von Mitarbeitern mit viel Kompetenz, Hingabe und Herz ins Zeug: Einrichtungsleiter, Altenpfleger und Betreuungsassistenten genauso wie Köche, Hausmeister, Reinigungskräfte und Rezeptionistinnen.

Die Einrichtungsleiter (EL)

Zur Philosophie eines AWO Seniorenzentrums gehört es, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dass dies umgesetzt wird, verantwortet die Einrichtungsleitung. Die »Spitze« gibt den Ton an – es liegt an ihr, ob ein Haus als gut oder weniger gut geführt gilt. Karl-Werner Strohe hat seit 1997 im Seniorenzentrum Mayen »den Hut auf«. Er ist Chef von 119 Mitarbeitern, die sich um 126 Bewohner kümmern. Das Haus wurde im Januar 2013 unangekündigt von den Qualitätsprüfern des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) besucht – und erhielt die Bestnote 1,0! Das Erfolgsrezept von Karl-Werner Strohe? Ein offener Umgang auf Augenhöhe. »Ich nehme mir viel Zeit für mein Team und ballere mich nicht mit Terminen zu.« Natürlich gehöre es zu seinen Aufgaben, Prozesse zu koordinieren und Protokolle zu führen. »Aber lieber lasse ich mal eine Akte länger liegen, um einen Konflikt zu lösen.« Außerdem ist dem ausgebildeten Sozialarbeiter wichtig, sich selbst einzubringen und »als Mensch erlebbar zu sein.« Konkret heißt das, er nimmt seine Gitarre und musiziert mit demenziell veränderten Menschen. Oder er kegelt, spielt Bingo und organisiert den Spätschoppen: »Als Einrichtungsleiter habe ich auch eine Vorbildfunktion.«

Babro Walle steht dem Pirmasenser AWO Seniorenhaus »Johanna Stein« vor. Sie legt großen Wert darauf, künftige Bewohner schon im Vorfeld mit dem Haus vertraut zu machen. Frau Walle ermutigt die Senioren, etwa am Tanzpalast teilzunehmen, der zweimal im Monat mit Livemusik stattfindet, und auf diese Weise das Umfeld näher kennenzulernen.»Ein Betroffener muss von Veränderungen wissen und denen auch zustimmen«, so die Einrichtungsleiterin. »Das Miteinander und Füreinander von Bewohnern und Personal steht für mich an erster Stelle. Wir gehen gemeinsam den Weg des Lebens.« Anlass des Einzuges sei zwar die Pflege- und Hilfsbedürftigkeit; dennoch dürfe ihrer Meinung nach der Mensch nicht auf seine Erkrankungen oder Einschränkungen reduziert werden. Für Babro Walles Einrichtung bedeutet das: Im Alltag dreht sich nicht alles um die Pflege. »Der Blick soll auf die schönen Dinge des Lebens gerichtet werden.« Beispiel: ein Oldtimerausflug, bei dem auch eine hundertjährige Bewohnerin mitfuhr. »Das etwas nicht mehr geht, sagen immer die anderen. Bei uns heißt es dagegen: Es geht noch!«

Die pflegedienstleiter (PDL)

… sind das Bindeglied zwischen der Einrichtungs- und der Wohnbereichsleitung. Sie haben die Aufsicht über das komplette Pflegepersonal – von der Altenfachkraft bis zum Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres. Wer den Job macht, muss viel organisieren und kann sich weniger mit den Bewohnern im Seniorenzentrum beschäftigen. Steffen Erfort etwa, seit März als PDL im Kaiserslauterner AWO Seniorenhaus »Alex Müller« angestellt, findet es ein bisschen schade, »dass ich nicht mehr so nah dran bin an den alten Menschen.« Umso mehr schätzt er seinen morgendlichen Rundgang durch die einzelnen Wohnbereiche, bei dem er mit einer Tasse Kaffee von Zimmer zu Zimmer geht. Ansonsten ist sein Arbeitstag, der in der Regel um 7 Uhr beginnt und gegen 17 Uhr endet, stark von Administrativem geprägt. »Ich führe qualitätssichernde Maßnahmen durch, wie die Auswertung von Sturzprotokollen sowie Fragebögen über die allgemeine Zufriedenheit, organisiere Dienstpläne und leite die regelmäßigen Fallbesprechungen.« Auch seine Kollegin Ute Trenz aus dem 150 Kilometer entfernten AWO Seniorenzentrum Diez bedauert es, dass sie als Pflegedienstleiterin »weiter weg vom Bett ist als früher«. Deshalb springt sie gern hin und wieder für kranke Mitarbeiter ein.

Die 49-Jährige bekniete als Schülerin förmlich ihre Eltern, diesen Beruf ergreifen zu dürfen. »Damals hat man als Azubi kein Geld bekommen, sondern musste die Ausbildung sogar bezahlen; und die Jobaussichten sahen nicht gerade rosig aus.« Anders als heute. Und so freut sich Ute Trenz, dass ihre 19-jährige Tochter derzeit im Haus Diez eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht, einem Beruf mit Zukunft.

Die Mitarbeiter im Sozialen Dienst (SD)

Ende der 1970er Jahre zogen die Sozialdienste in die Seniorenzentren ein. Diese sollten nämlich nicht mehr als reine Versorgungseinrichtungen verstanden werden, sondern als Lebens und Wohnorte. Die (neuen) Mitarbeiter des Sozialdienstes unterstützten von da an die alten Menschen dabei, ein möglichst eigenständiges Leben zu führen. Was damals ein Novum war, ist heute selbstverständlich: die auf den Einzelnen abgestellte aktivierende Pflege. »Jeder Einzug ist eine Herausforderung «, findet Kristina Ramroth, Sozialdienstleiterin im AWO Seniorenzentrum Mayen. »Wenn wir die Bewohner so integrieren können, dass ihr Leben im Seniorenzentrum ihrem alten zu Hause gleicht, ist das schon ein sehr schöner Erfolg.« Dazu gehört für die erst 28 Jahre junge Führungskraft das Prinzip der offenen Türen. Die älteren Herrschaften sollten nicht durch Sprechstunden ausgebremst werden, sondern ihre Fragen, Nöte und Bedürfnisse jederzeit loswerden dürfen. Nicht nur innerhalb, sondern auch nach außen müssen sich die Einrichtungen öffnen, findet Petra Landau, die mit viel Energie und Engagement ihre Tätigkeit im Sozialen Dienst ausfüllt. So hat sie beispielsweise einen Brunch im Seniorenhaus »Alex Müller« etabliert, zu dem inzwischen 120 Gäste aus dem Viertel kommen. Eine andere Idee war es, Kurse für pflegende Angehörige anzubieten. »Wir wollen nichts verkaufen, sondern die Hemmschwelle gegenüber der vollstationären Pflege abbauen«, so Petra Landau. Ohne Frage, authentisch ist die Frau mit den roten Haaren und den funkelnden Augen. Man spürt sofort: Sie nimmt die Dinge beherzt in die Hand, sogar die unangenehmen.

Die Wohnbereichsleiterin (WBL)

Als die gelernte Altenpflegekraft Martina Büttner 2011 in Funktion einer Wohnbereichsleiterin ins Kaiserslauterner Seniorenhaus »Alex Müller« wechselte, stand auch das Haus vor einem Neuanfang: Alle sechs Ebenen wurden modernisiert und ein neues Betreuungs- sowie Pflegemodell wurde umgesetzt. Zu den Innovationen gehört das Lichtkonzept, das eine der Tageszeit angepasste Stimmung erzeugt und sich positiv auf den gestörten Tag-/Nachtrhythmus der demenziell Erkrankten auswirkt. Wie viele andere der hier genannten Mitarbeiter kümmert sich Frau Büttner um die Lebenszufriedenheit der Bewohner, allerdings weniger übergreifend, sondern eher »im Kleinen«. Sie geht auf die individuellen Bedürfnisse der 36 Frauen und Männer ein, die in ihrem zuständigen Wohnbereich III leben. Es ist eine gemischte Gruppe, in der Menschen mit unterschiedlichen Pflegestufen untergebracht sind. Mit großem Einfühlungsvermögen, pädagogischem Geschick und ihrer ausgeglichenen Art »managt« sie die WG. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der medizinischen Versorgung: »Ich verabreiche Medikamente, telefoniere mit den jeweiligen Hausärzten sowie den Angehörigen und überwache die fachgerechte Grundpflege, also ob die Bewohner ausreichend essen und trinken.« Beim Einzug wird für jeden eine Dokumentationsmappe angelegt, in der eventuelle Risiken wie Mangelernährung oder erhöhte Sturzgefahr festgehalten und Ziele formuliert werden, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird.

Die Auszubildenden

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Altenpfleger. Die Vergütung reicht von monatlich ca. 870 Euro im ersten bis zu rund 1.030 Euro im letzten Ausbildungsjahr – plus Wochenend- und Nachtzuschlägen. Da eine große Nachfrage an Fachkräften besteht, bekommen die jungen Frauen und Männer oft einen Anschlussvertrag und können sofort anfangen zu arbeiten. Diese Perspektive war ein enormer Anreiz für die Azubis Sarah Matheis und Clarissa Nägle aus dem AWO Seniorenhaus Pirmasens. Beide sind bereits Mütter und wollen ihren Kindern auch finanziell etwas bieten. Eine andere Auszubildende, Alessia La Sala, ist seit dem 1. August im Seniorenzentrum Kaiserslautern; sie interessiert sich besonders für die Lebensläufe der Bewohner. »Man muss sich ihr Vertrauen erarbeiten – neuen Gesichtern begegnen viele zunächst skeptisch.« Da hatte es Anna Trenz, ebenfalls Azubi, leichter, denn durch ihre Mutter kennt jeder im AWO Haus Diez die stets fröhlich aufgelegte, junge Frau, die quasi hier aufgewachsen ist. »Schon als Kindergartenkind habe ich den alten Leuten die Kompressionsstrümpfe angezogen oder ihnen das Essen gereicht«, erzählt sie. »Berührungsängste hatte ich nie«, so Anna, die bunt lackierte Fingernägel und ein Tattoo am Fuß trägt. »Ich empfinde das Gefühl der Dankbarkeit als etwas sehr Besonderes.«

Die Mitarbeiterinnen in der Wäscherei

Drei Waschmaschinen und zwei Trockner rotieren nonstop im Keller des AWO Seniorenzentrums in Diez an der Lahn. Schließlich muss die Kleidung von rund 150 Bewohnern aus dem »Haus am Hain« und das der »Residenz Oranienstein « gesäubert werden. »Zweimal am Tag gehen wir durch die Stationen und sammeln die schmutzigen Sachen ein«, erzählt Gudrun Klosinski, die auch im Betriebsrat tätig ist. »Hand- und Geschirrtücher, Bettzeug, Tischdecken und– je nach Jahreszeit – Gardinen fahren wir dreimal wöchentlich zur Hunsrücker Großwäscherei.« Damit ist das Werk für die Hauswirtschafterin sowie ihre drei Kolleginnen noch lange nicht getan. Dann heißt es bügeln, falten, einsortieren und wieder alles auf die Stationen bringen. Eine körperlich sehr anstrengende Arbeit, »bei der man sich das Bodybuilding erspart.« Apropos: Einer, der sich wie Arnold Schwarzenegger aufpumpt, ist Willi aus der Waschküche. »Unser einziger männlicher Kollege, unverzichtbar «, lacht Gudrun Klosinski und zeigt auf den automatischen Hemdenbügler.

Der Hausmeister

Sein Arbeitsalltag ist so bunt wie das Laub, das Dieter Spitz momentan mehrmals täglich zusammenkehren muss. Wenn er morgens um halb acht seinen Dienst im AWO Seniorenzentrum in Diez antritt, weiß er nicht, was ihn in den nächsten Stunden erwartet. Die Bandbreite reicht von der Gartenarbeit bis zur Reparatur des Fahrstuhls, vom Heizungscheck bis zu Kurierdiensten. Irgendetwas steht immer an. Wenn nicht, muss der gelernte Maschinenschlosser nur durchs Haus laufen, schon wird er um dies und jenes gebeten, und sei es nur das Auswechseln von Glühbirnen. Die stapeln sich, wie auch Batterien, Schachteln mit Schrauben, Sägen und Dreierstecker, in seiner Werkstatt, die sich neben der Waschküche im Keller befindet. Seine bisher größte Herausforderung? »Der Umbau des Seniorenzentrums«, kommt es wie aus der Pistole geschossen. »Das waren drei Jahre im Ausnahmezustand, in denen
das Haus vom Eingang bis unters Dach komplett saniert wurde.«

Die Damen aus der Verwaltung

… oder besser gesagt: »die guten Seelen« der Seniorenzentren. Sie sitzen am Empfang und sind die erste Anlaufstelle für (zukünftige) Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und alle, die das Haus Tag ein, Tag aus betreten – vom Ehrenamtler bis zum Postboten, vom Apotheken- bis zum Wäscheservice. Da geht es manchmal zu wie im Taubenschlag. Wie gut, dass Anna Bundenthal gerne viele Menschen um sich hat. Seit 2001 arbeitet sie als Rezeptionistin im Kaiserslauterner AWO Seniorenhaus »Alex Müller« und ist für die Post sowie das Taschengeld der auf Sozialhilfe angewiesenen Bewohner zuständig. »Es gibt immer etwas zu besprechen «, so die 55-Jährige. »Die einen wollen einen Vorschuss, andere beklagen sich über zu wenig Luft in ihrem Rollstuhl oder dass ein Wäschestück abhandengekommen ist.« Neben dem direkten Kontakt nimmt der telefonische Kontakt mit Ärzten, Krankenhäusern und Behörden jede Menge Zeit in Anspruch. »Durch die vielen Vorschriften hat sich der Job sehr verändert«, so Gisela Schlich, die seit 17 Jahren im AWO Seniorenzentrum Mayen Verwaltungsangestellte ist. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Rechnungen, Bestellformulare und Korrespondenzen mit Pflegekassen. Trotzdem hat für die ehemalige Bundesbahnbeamtin das persönliche Gespräch Priorität, zumal dies viele bei ihr suchen. »Immer wieder kommen Bewohnerinnen vorbei, die früher selbst in einem Büro gearbeitet haben und dann über diese Zeit reden wollen«, so Gisela Schlich. »Manchmal besuchen mich auch Angehörige, weil sie das schlechte Gewissen quält. Das kann ich ihnen leicht nehmen. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass ihre Verwandten bei uns bestens aufgehoben sind.«

Der Qualitätsbeauftragte

Sind die Menüs appetitlich zubereitet und zusammengestellt? Entspricht die Freundlichkeit des Personals Ihren Erwartungen? Ist das Essen warm genug? Das sind nur einige der Fragen, die Ernst Inglen den Bewohnern im Seniorenzentrum Mayen per anonymen Fragebogen stellt. Neben der Qualität des Mittagessens geht es z. B. auch um ein vielseitiges Freizeitangebot oder die sogenannte »Milieugestaltung«, also ob das Haus jahreszeitlich ansprechend dekoriert ist. Wie wichtig solche nicht-pflegerischen Kriterien fürs allgemeine Wohlbefinden sind, weiß der Küchenmeister a. D., der einst ein AWO Hotel führte, nur zu gut.

Insofern war der 68-Jährige die perfekte Besetzung für den Posten des Qualitätsbeauftragten. Rund 34 Stunden im Monat ist er im Namen des Qualitätsmanagements (QM) tätig. Das heißt, er überprüft fachliche Standards, die zuvor festgelegt wurden und sich am Leitbild der AWO orientieren. Dabei wird er vom Qualitätszirkel unterstützt, der sich aus je einem Mitarbeiter pro Station zusammensetzt. Die Kollegen geben ihre Informationen und Anregungen zu Verbesserung an Inglen weiter. So wünschten sich etwa einer Befragung zufolge die Bewohner öfter regionaltypische Speisen. Damit liefen sie bei dem gelernten Koch offene Türen ein. Inzwischen gibt es häufiger Gerichte wie »Döppekuchen« – und mehr zufriedene Esser.

Die Alltagsbegleiter

… heißen offiziell Präsenzkraft nach Paragraph 87b SGB XI. Was fürchterlich bürokratisch klingt, ist in Wirklichkeit ein Segen für jedes Seniorenzentrum. Denn dank dieses neuen Berufsbildes, das aus der Pflegereform von 2008 hervorgegangen ist, stehen den »Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz« mehr Zeit und Zuwendung zur Verfügung. So kümmert sich Nina Irmiter im Seniorenzentrum Mayen besonders um Bettlägerige, die kaum noch die Angebote im Haus nutzen können, und springt ein, wo gerade Unterstützung notwendig ist. »Das finde ich wesentlich sinnvoller und abwechslungsreicher als meinen früheren Bürojob«, sagt die 28-Jährige, die an einer sechsmonatigen Qualifizierung zur Alltagsbegleiterin teilnahm. Christine Scherer-Dick ist im Kaiserslauterner Seniorenhaus »Alex Müller« für 14 Bewohner aus dem »behüteten Bereich« zuständig; sie schätzt vor allem die vielseitigen Möglichkeiten der Weiterbildung. »Gerade mache ich eine zur Sitztanzleiterin«, so die sportlich wirkende 49-Jährige, die seit 2011 als Alltagsbegleiterin im Dienst ist. »Als kaufmännische Angestellte bin ich zur Arbeit gegangen, um Geld zu verdienen. Heute tue ich es vor allem aus Freude.« Was man für diesen Job braucht? » Viel Einfühlungsvermögen, Geduld, Flexibilität und Respekt vor dem Leben der Senioren.«

Der Therapiehund

Gestatten: Ruby, Segugio-Mischling mit glänzend-glattem Fell, braunen, treuen Augen, einer Schmusenase – und der Liebling im AWO Seniorenzentrum »Johanna Stein«, seit ihr Frauchen sie erstmals zur Arbeit mitgenommen hat. Ruby wurde von Marion Zürn aus einem Tierheim »adoptiert«. Zunächst war sie nur die Begleitung der Pflegedienstleiterin, doch schnell war klar, dass die Hündin eine Mission erfüllen musste, nämlich gezielt das Wohlbefinden der Senioren zu steigern. Mit ihrer liebenswerten, sensiblen Art hat Ruby einen echten Schlag bei den Bewohnern. Jeder will mit ihr spielen, sie streicheln und mit Leckerlis verwöhnen. Inzwischen lässt Marion Zürn sie zum Therapiehund ausbilden. In diesen Kursen lernen die Vierbeiner u. a. auf ungewöhnliche Dinge zu reagieren, wie z. B. auf Rollstühle, Behinderungen oder verschiedene Geräusche. Es hat sich gezeigt, dass die tiergestützte Therapie sich durchaus positiv auf den Menschen, insbesondere den demenziell erkrankten, auswirkt. »Viele Bewohner hatten früher selbst Hunde«, so Marion Zürn. »Ruby weckt bei ihnen die Erinnerungen und löst gute Gefühle aus.«

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