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Ohne Papier, mit Persönlichkeit – so geht Bank heute

5. März 2012

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Laut Angaben des BITKOM e.V. (Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) nutzten 2011 bereits über 27 Millionen Bundesbürger das Online-Banking. Trotz dieses stetigen Wachstums sind viele Menschen weiterhin zurückhaltend, wenn es um die aktuelle Umstellung auf das neue TAN-Verfahren geht.

Seit Einführung des Online-Bankings ist sie jedem Nutzer bekannt: die TAN-Liste. Mithilfe der dort aufgeführten persönlichen Transaktionsnummern können Kontobesitzer u.a. einfach per Klick Überweisungen tätigen, den PIN-Code ändern oder Daueraufträge online einrichten. Ein Angebot, von dem bis heute tatsächlich 43% aller Bürger zwischen 16 und 74 Jahren täglich Gebrauch machen.

Spätestens zum 31. März 2012 wird die haptische TAN-Liste von nahezu allen Sparkassen und Banken durch das mobile iTAN-Verfahren ersetzt.

Trotz der sehr viel höheren Sicherheit, die durch das neue Verfahren gewährleistet wird, scheuen sich noch immer viele Online-Banking-Nutzer vor der Umstellung. Denn obwohl es schon seit vielen Jahren die Möglichkeit zum Wechsel bei zahlreichen Geldinstituten gibt, kam erst seit der Ankündigung und Umsetzung der verbindlichen Einführung 2011 Bewegung in die Kunden. Für Verbraucherzentralen und auch für die Banken ist dies jedoch eine natürlich Reaktion der Menschen auf neue Techniken. Vor allem, wenn es um die Sicherheit von Geldgeschäften im Internet geht.

Im Gegensatz zu der seit Jahren bekannten Papier-TAN-Liste bietet das mobile iTAN-Verfahren noch mehr Schutz vor so genannten Hacker-Attacken, also vor Online-Diebstahl. Grund hierfür ist der neue TAN-Generator. Dieses taschenrechnerähnliche Gerät kommt ab sofort bei allen Online-Banking-Nutzern zum Einsatz, wenn Sie sich für das Chip-TAN-Verfahren entschieden haben.

Der TAN-Generator erzeugt individuell für jede Transaktion einen Zahlencode.

Hierfür schiebt der Kunde seine EC-Karte ganz einfach in den dafür vorgesehenen Schlitz ein und gibt die entsprechenden Daten über die Tastatur ein. Einige Geldinstitute machen dieses Verfahren noch komfortabler, indem auf dem Computerbildschirm ein barcodeähnliches Feld erscheint. Hält der Kunde den TAN-Generator mit der entsprechenden Schnittstelle auf das Feld am Monitor, werden die jeweiligen Daten automatisch abgescannt und in die Überweisungsmaske übertragen. Der Kunde gibt dann nur noch die neu erzeugte TAN ein – fertig.

Dankk des Einsatzes von zwei Geräten – nämlich Computer und TAN-Generator – haben es potenzielle Hacker beim diesem neuen Verfahren doppelt so schwer, sich unerlaubten Zugang zu den Daten zu verschaffen. Je nach Bank und teilweise Kontomodell kann dieses Mehr an Sicherheit bis zu 15,– Euro kosten, die man einmalig für den TAN-Generator zahlen muss. Da die Endgeräte jedoch die meisten EC-Karten erkennen, reicht pro Haushalt häufig ein TAN-Generator.

Ebenfalls ein Ersatz für die Papier-TAN-Liste ist das so genannte SMS- oder Mobile-TAN-Verfahren, für das sich die Kunden je nach dem Angebot ihres Geldinstituts entscheiden können. Bei dieser Art des künftigen Online-Bankings ist kein zusätzliches neues Gerät nötig, sondern der Kunde nutzt sein eigenes Handy, auf das der für die Transaktion erforderliche Zahlencode geschickt wird. Auch hier variieren die Preise, die der Kunde unter Umständen für die zusätzliche Sicherheit zu zahlen hat. Nicht wenige der Sparkassen oder Genossenschaftsbanken sowie die Postbank übernehmen die Kosten jedoch komplett.

Einige Banken beteiligen sich noch gar nicht an der einheitlichen Einführung der neuen TAN-Verfahren.

So arbeitet z.B. die Commerzbank als erste Bank weltweit an einem ganz neuen Autorisierungsverfahren, der so genannten photoTAN. Auch hierbei soll das eigene Handy zum Einsatz kommen, das allerdings über eine Fotofunktion verfügen muss. Ein farbiger Barcode soll mit dem Mobiltelefon vom Computerbildschirm abfotografiert werden und daraufhin die Transaktionsdaten auf dem Display anzeigen. Der Vorteil gegenüber der mobileTAN wäre, das keinerlei SMS-Kosten entstünden.

Zahlreiche Banken, die keines der genannten Autorisierungsverfahren anbieten, setzen auf das HBCI. Beim so genannten Homebanking Computer Interface erhält der Kunde eine mit einem speziellen Online-Banking-Schlüssel versehene Chipkarte, der hierauf gespeichert ist und als digitale Unterschrift gilt. So sind beim HBCI jegliche Bankgeschäfte nur mit der PIN, der Chipkarte und einer entsprechenden Bank-Software möglich.

Wer weder dem einen, noch dem anderen Verfahren traut, geht weiterhin in seine Sparkassen- oder Bankfiliale um die Ecke.

Obwohl die Anzahl der Online-Banking-Nutzer jährlich steigt, unternehmen weiterhin viele Kunden den Gang in das Geldinstitut ihres Vertrauens. Es zeigt sich also deutlich, dass trotz oder gerade wegen der zwar zeitsparenden, aber gleichzeitig auch digitaleren und somit anonymer zu erledigenden Geldgeschäfte im Internet, die Verbraucher weiterhin den direkten Kontakt zu ihrer Bank schätzen. Persönlichkeit wird auch künftig großgeschrieben.

Nutzen Sie bereits Online-Banking oder erledigen Sie Ihre Geldgeschäfte nach wie vor bei Ihrer Bank vor Ort? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen – auch in Bezug auf das neue iTAN-Verfahren –mit!

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