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Osterhase, Beuteltier, Küken & Co.

2. April 2012

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In wenigen Tagen geht es vielerorts in Deutschland wieder heiß her. Denn dann werden mehrheitlich am Abend vor Ostersonntag die traditionellen Osterfeuer entfacht. Ein uralter Brauch, mit dem die Menschen glaubten, den Winter endgültig zu vertreiben.

Bis heute halten vor allem kleinere Ortschaften und Städtchen in ländlichen Gegenden an dieser erstmals seit dem Jahr 1559 bekannten Tradition fest. In geselliger Runde trifft sich die Gemeinde zur Abendstunde am warmen Feuer und läutet mit Bier, Bratwurst und guter Laune die bevorstehenden Feiertage ein. Mancherorts wird sogar in einen Wettstreit um das größte Osterfeuer getreten.

Der frühe Morgen des Ostersonntags gehört dann ganz und gar den Kleinen der Republik, wenn sie sich mit ihrem Körbchen in der Hand auf die Suche nach den über Nacht vom Osterhasen versteckten Ostereiern machen. Wie es in Deutschland die Tradition will, finden die Kinder entweder im Garten oder im Haus oder der Wohnung  in allen Winkeln kleine Eier aus Schokolade und die vom Osternhasen und seinen Helfern bunt bemalten gekochten Hühnereier, die anschließend gemeinsam beim Frühstück verspeist werden.

Während bei uns der Osterhase die Eier versteckt, übernimmt diesen Job in Australien das Beuteltier.

In anderen Teilen der Welt wiederum gibt es weder Hasen und Beuteltiere, noch bunt gefärbte Eier an Ostern. Denn auch wenn in allen christlichen Ländern das Osterfest an sich gefeiert wird, gehen die Menschen dort natürlich ihren ganz eigenen Sitten und Bräuchen nach.

Australien

Da im Down Under Kaninchen und Hasen gemeinhin als Kahlfresser des wertvollen Weidelandes verpönt sind, ist man seit einigen Jahren erfolgreich dabei, den Osterhasen gegen das dem Langohr ähnlichen Beuteltier auszutauschen. Vor allem in umweltfreundlichen Familien kommen bereits schon lange die kleinen Beuteltiere zum Verstecken der Eier und auch in den Läden findet man immer mehr so genannte „Bilbies“ aus Schokolade.

Bulgarien

Im christlich-orthodox geprägten Bulgarien ist Ostern sehr viel wichtiger als Weihnachten. Traditionell werden hier am Gründonnerstag die Ostereier knallrot gefärbt und ihnen werden heilende und magische Kräfte zugeschrieben. Wessen Ei am Ostersonntag beim altherkömmlichen Eier-Anstoßen unbeschädigt bleibt, der soll das ganze Jahr über gesund bleiben.

Frankreich

Im Nachbarland Frankreich wird Ostern bei Weitem nicht die große Bedeutung zuteil wie in Deutschland. Karfreitag zum Beispiel ist nicht in allen Gegenden Frankreichs ein Feiertag. Sehr wohl haben jedoch die Industrie und der Handel die kommerziellen Vorteile des Fests erkannt. Neben den traditionell von Pariser Chocolatiers in Handarbeit hergestellten großen Osterglocken und Schokoladenfiguren findet man seit einigen Jahren auch in den Einkaufsläden zunehmend Osterhasen und andere saisonübliche Naschereien in den Regalen.

Griechenland

Im südlichen Griechenland ist beim Osterfest Ausdauervermögen gefragt, denn die Einheimischen feiern – auch gern gemeinsam mit Urlaubern und Besuchern – das Osterfest eine ganze Woche lang mit orthodoxen mehrstündigen Messen. Ostersonntag wird dann im Kreise der Familie und Freunde festlich Lammfleisch am Spieß zu mundigem Rotwein vertilgt.

Großbritannien

Im englischen Inselstaat wird das Osterfest im wahrsten Sinne des Wortes königlich gefeiert. Traditionell verteilt die Queen bereits am Gründonnerstag das so genannte „Maundy Money“ an ärmere Menschen. Gemäß ihrem aktuellen Alter wird Ihre Hoheit in diesem Jahr die extra für diesen Anlass geprägten Silbermünzen im Wert von je 86 Pence (etwa 1,– Euro) an 86 Rentner und 86 Rentnerinnen übergeben.

Israel

In Israel ziehen die Einheimischen traditionell mit Palmwedeln durch die Straßen. Gemeinsam mit vielen Touristen schreiten die Menschen in ihrer Hauptstadt Jerusalem den Weg ab, den Jesus gemäß der Überlieferung vor seiner Kreuzigung mit dem großen Kreuz auf dem Rücken gegangen ist.

Italien

Auf der mehrheitlich katholisch geprägten Apennin-Halbinsel ist Ostern eines der bedeutendsten Feste des Jahres. Der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und zugleich Sonntag vor Ostern – der so genannte Palmsonntag – läutet die Karwoche ein. An diesem Tag erscheint der Papst auf dem Petersplatz zu einer Prozession, wie sie im ganzen Land vielerorts mehrfach stattfinden. Am Ostersonntag spricht er hier auch den „Urbi et Orbi“-Segen. Ein Hefeteigkuchen namens „Colombia Pasquale“ – die Ostertaube – gehört zum traditionellen Frühstück der Italiener am Ostersonntag und Ostermontag.

Philippinen

Auch auf den Philippinen wird die Kreuzigung Jesu am Karfreitag nachgestellt. Etwa 75 km nördlich der Hauptstadt Manila in einem kleinen Dorf namens Cutud tragen mehrere junge Männer morgens ein Holzkreuz auf den Hügel und lassen sich darauf mit langen Nägeln an Händen und Füßen festnageln. Für mindestens fünf Minuten werden die Kreuze aufgerichtet – ein Ritual, das die katholische Kirche landesweit kritisiert.

Schweden

Im nordischen Schweden hüpft nicht der Osterhase durch die Gärten der mit Birkenzweigen dekorierten Häuser, sondern das gelbe Osterküken bringt die Ostereier. Am Gründonnerstag ziehen die Kleinen – verkleidet als so genannte „Osterweiber“ – in der Nachbarschaft von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln. An Ostersonntag stehen Eier und Hering auf dem Speiseplan.

Spanien

Wie im Nachbarland Italien finden auch hier zu Ostern zahlreiche Prozessionen statt. Jedoch erinnern dabei die mit Gewändern mit spitzen Kapuzen vermummten Menschen an die vom Ku-Klux-Klan bekannten Gestalten. Die Spanier tragen bei ihren Prozessionen durch ihren Ort vielfach riesige Jesus- und andere Heiligenfiguren. Ein Großteil der Einheimischen nutzt das Osterfest auch für eine entspannte Kurzreise ans Meer oder aufs Land.

Südafrika

Zeit für Entspannung bedeutet Ostern ebenfalls für viele Südafrikaner, die es in Massen an die Strände oder in die Berge zieht. Speziell zu Ostern duften die Orte und Städte vielerorts nach den so genannten „Hot Cross Buns“. Dies sind köstliche mit Zuckerguss überzogene Kreuze, die an unseren hiesigen Lebkuchen erinnern und aus einer alten britischen Tradition heraus an die vergangene Kreuzritterzeit erinnern sollen.

USA

Auf der anderen Seite des Atlantiks wird Ostern nur am Ostersonntag gefeiert. In vielen US-Städten ziehen die Menschen mit aufwendig gestalteten Osterhüten geschmückt in einer so genannten „Easter Parade“ zur begleitenden Musikkapelle durch die Straßen. Im Weißen Haus werden Kinder zum traditionellen Eier suchen und anschließenden so genannten „Egg roll“ (Eier werden mit einem Stock über den Rasen gerollt) eingeladen. Anschließend verschenkt das Präsidenten-Ehepaar handsignierte Ostereier aus Holz.

Erzählen Sie uns, wie Sie zu Hause traditionell Ostern feiern!

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