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Perücke statt Lücke – Wie Sie mit Ihrem Zweithaar glücklich werden

©Eric Langerbeins, COMMWORK Werbeagentur

Vor rund 15 Jahren ging Altkanzler Gerhard Schröder noch juristisch gegen das Gerücht vor, dass er sich die Haare färbt. Als vor drei Jahren bekannt wurde, dass Fußballtrainer Jürgen Klopp eine Haartransplantation machen ließ, blieb er gelassen und selbstbewusst. Das Beste aus seinen Haaren herauszuholen, ist heute nicht mehr verpönt. Wichtig ist nur zu wissen, was möglich ist, aber auch, wovon man lieber die Finger lassen sollt.

»Man muss immer den Menschen im Ganzen sehen«, rät Andreas Heydecke, der seit über 30 Jahren als Zweithaarspezialist arbeitet. »Dann findet man auch die passende Lösung für die Haare.« Heydecke trägt selbst ein Haarteil – angepasst, getestet und frisiert im Hamburger Familienunternehmen, das er gemeinsam mit seinem Sohn Dominik führt. In die fachmännischen Hände ihres Teams begeben sich mittlerweile Menschen aus ganz Europa, die ihren Haarausfall nicht einfach so hinnehmen wollen.

Rund 80 Prozent der deutschen Männer sehen beim Blick in den Spiegel irgendwann eine schütterer werdende Frisur. Viele stört es zwar nur minimal, und manche freuen sich vielleicht sogar über eine coole, pflegeleichte Glatze. Gerade wenn die Haare aber schon sehr früh im Leben ausfallen, ist der Verlust schmerzlich. Das gilt auch für den Haarausfall bei Frauen. Vor allem durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren können die Haare sich extrem ausdünnen, besonders im vorderen Bereich und auf dem Oberkopf – also dort, wo es am meisten auffällt. Wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen und wenn mehr Haare verschwinden als nachwachsen, spricht man von Haarausfall. »Zunächst lässt er sich oft noch kaschieren, zum Beispiel durch eine Dauerwelle«, erklärt Heydecke. Stößt man an die Grenzen des optisch Machbaren, sind Zweithaare eine attraktive Möglichkeit. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen eine Zuzahlung oder sogar die komplette Behandlung. Bei den notwendigen Formalitäten unterstützen die Zweithaarspezialisten.

Dank Perücke wieder oben auf

Wenn man keine fertige Zweitfrisur von der Stange (bzw. vom Frisierkopf) kauft, sondern sich von einem Spezialisten individuell beraten lässt, kann man von einem überzeugenden, natürlich wirkenden Ergebnis ausgehen. Auch eine moderne Kunsthaarperücke lässt sich auf Anhieb kaum von eigenem Haar unterscheiden. Die Kosten sind mit 350 bis 650 Euro noch relativ moderat. Ein weiterer Vorteil: Kunsthaar muss man nicht föhnen. Nach dem Waschen wird die Perücke einfach aufgeschüttelt. Aber es gibt auch Nachteile: Wenn man eine Kunsthaarperücke über einen längeren Zeitraum trägt, schwitzt der Kopf. Außerdem kann es zu unangenehmen Hautreaktionen kommen, die durch eine Unverträglichkeit der Kunsthaarknoten hervorgerufen werden. Begünstigt wird diese noch durch die Einnahme von Medikamenten, deren Inhaltsstoffe auch über die Haut wieder abgegeben werden. Wer nur zu besonderen Anlässen eine Perücke aufsetzen möchte, ist auch mit einem Modell aus Kunsthaar gut bedient. Wird sie dauerhaft getragen, hält sie lediglich vier bis fünf Monate.

Echthaarperücken liegen mit einer Haltbarkeit von bis zu eineinhalb Jahren klar vorn. Ein weiterer Vorteil: Die Knoten sind nicht fühlbar. Außerdem sehen Echthaarperücken naturgemäß noch authentischer aus. Sie lassen sich frisieren wie die eigenen Haare auch. Sind sie gut angepasst, schwitzt man darunter nicht und kann damit auch schlafen. Dafür sind Echthaarperücken allerdings mit rund 2.000 Euro viel teurer und auch deutlich empfindlicher. »Die meisten Fehler werden in der Handhabung gemacht«, erzählt Andreas Heydecke.

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©Eric Langerbeins, COMMWORK Werbeagentur

»Manche Anbieter erzählen einem, es reiche aus, Perücken nur alle vier Wochen zu waschen. Das ist aber nicht richtig! Eine Perücke sollte eigentlich ein- oder zweimal pro Woche gewaschen werden.«

Wenn man Wasser als Feuchtigkeitsspender richtig nutzt, werden zusätzlich nur ein spezielles Shampoo und Balsam verwendet. Beide Produkte kosten je unter 10 Euro und halten ungefähr ein Jahr, weil nur geringe Mengen nötig sind. Auch das Durchkämmen der Perücke will gelernt sein. Bei der Anpassung wird gezeigt, wie es geht. Wer sich die Pflege seiner Echthaarperücke allein nicht zutraut, muss jedoch nicht jedes Mal den Zweithaarspezialisten aufsuchen – auch ein erfahrener Friseur weiß Rat.

Nur die Mitte, bitte
Sollen ausschließlich auf dem Oberkopf Haare ersetzt werden, kommen Haarteile zum Einsatz. Damit sich diese harmonisch ins Gesamtbild einfügen, empfiehlt sich die Verwendung von Echthaar. Anders als bei aufwendigen Haartransplantationen werden Haarteile mit speziellem Kleber schmerzfrei fixiert. Zwischen 600 und 1.200 Euro muss man für ein hochwertiges Produkt ausgeben, das ein Jahr Ruhe und ein natürliches Aussehen verspricht. »Man kann damit duschen und spürt, wie der Wind durch die Haare fährt«, spricht Andreas Heydecke aus Erfahrung. Auch Waschen und Legen in einem beliebigen Friseursalon sei mit einem Haarteil problemlos machbar.

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