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Serientipp: Alte und neue Freundinnen

15. Februar 2018

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Lachen, lästern, weinen, trösten, träumen – in einer guten Freundschaft kann man alles und manchmal sogar alles gleichzeitig. Wenn gerade keine Freundin (oder kein Freund) in Reichweite ist, sind die folgenden Serien ein idealer Ersatz. Sie lassen sich aber natürlich auch gut in Gemeinschaft gucken!

GOLDEN GIRLS (1985 – 1992)

» Thank you for being a friend … « Jede Folge der US-amerikanischen TV-Sendung wird von diesem eingängigen Titelsong eröffnet – einer Hymne an die Freundschaft. Die Hauptdarstellerinnen Rose, Blanche, Dorothy und ihre Mutter Sophia sind vier Freundinnen, die eine Seniorinnen-WG in Florida gegründet haben. Ihr Alltag ist mit all seinen Reibereien, Wortwitzen und skurrilen Anekdoten, mit viel Herz, Lebensweisheit und Humor so unterhaltsam, dass er 180 Episoden trägt und auch 25 Jahre nach Ende der letzten Folge noch neue Fans findet. Das mag vor allem daran liegen, dass die vier Ladys ihrer Zeit weit voraus waren. Nicht nur ihre Wohnform war in den Achtzigern noch ziemlich ungewöhnlich – manche ihrer Ansichten wirkten geradezu revolutionär. Bei Themen wie Aids, Alzheimer, Homosexualität oder Sex im Alter nahmen die ungleichen Freundinnen schon damals kein Blatt vor den Mund. Sicherlich beruht der Erfolg der Serie aber auch auf dem Gefühl, das sie beim Gucken jedes Mal aufs Neue hinterlässt: »Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.« Und bis es so weit ist, kann ein Stück Käsekuchen oft schon entscheidend weiterhelfen. Zu später Stunde sind die »Golden Girls« beim Disney Channel zu sehen. Die einzelnen Staffeln sind außerdem im Handel erhältlich.

GRACE AND FRANKIE (seit 2015)

Die von Jane Fonda gespielte Grace und die von Lily Tomlin verkörperte Frankie sind zunächst alles andere als Freundinnen. Nur weil ihre Ehemänner seit Jahrzehnten befreundete Geschäftspartner sind, kommen die »Business Lady« (Grace) und die »Esoterik-Tante« (Frankie) leidlich miteinander aus. Als ihre Gatten ihnen offenbaren, dass sie seit 20 Jahren auch privat ein Paar sind, beginnt für Grace und Frankie eine neue Zeitrechnung. Das Ende ihrer Ehen ist – zumindest nach allerlei anfänglichen Stolpersteinen – der vielzitierte »Beginn einer wunderbaren Freundschaft«. Für das Publikum ist die Serie so wunderbar, weil es zwei tolle Frauen jenseits der 70 dabei erlebt, wie sie ihre berechenbaren Lebenswege verlassen und ihre Horizonte erweitern (ja, auch dank bewusstseinserweiternder Substanzen). Die Serie strotzt nur so vor Situationskomik und Selbstironie. Dass dabei stets eine gewisse Tiefe zu spüren ist, geht auf die Konten der Hauptdarstellerinnen. Und dass der Schauplatz ihres gemeinsamen Neuanfangs das gemeinsame Haus am Strand ist, verleiht dem »Jammern auf hohem Niveau« wiederum eine gewisse Leichtigkeit. »Grace and Frankie« läuft beim Streaming-Dienst Netflix. Die komplette erste Staffel ist vor Kurzem auch auf DVD erschienen.

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