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Was ist was? Pflegebegriffe leicht erklärt (Teil 2)

20. März 2018

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© unsplash, Jonathan Simcoe


Irgendwann betrifft es uns das Thema Pflege, sei es, weil wir uns selbst etwas mehr Sicherheit und Hilfe im Alltag wünschen oder weil wir uns als Angehörige Gedanken darüber machen. Die Auswahl an Wohn- und Betreuungsformen ist groß, die Herausforderung, sich mit vielen Fachbegriffen auseinanderzusetzen, auch. Hier deshalb einige Antworten auf die wichtigsten Pflege-Formen:


Verhinderungspflege

Wer seit mind. sechs Monaten im häuslichen Umfeld gepflegt wurde, kann bei Ausfall der Betreuungspersonen vorübergehende pflegerische Unterstützung im Alltag beanspruchen.

 

Sie dient der Entlastung von pflegenden Angehörigen. Auch sie müssen schließlich mal zum Arzt, ins Krankenhaus oder brauchen Auszeiten von der Pflege, um neue Energie zu tanken.

 

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten von bis zu 1.612 Euro pro Jahr für die Ersatzpflege. Die kann ein Verwandter übernehmen, Freunde oder ein ambulanter Pflegedienst.

 

Tipp: Wer die Leistungen der Kurzzeitpflege (ab Pflegegrad 2-5) in einem Jahr nicht vollständig in Anspruch nimmt, kann die Restmittel aus der Kurzzeitpflege (s. Was ist was? Pflegebegriffe leicht erklärt (Teil 1) ) für die Verhinderungspflege (ab Pflegegrad 1) nutzen. Das sind zusätzlich bis zu 806 Euro, macht pro Jahr 2.418 Euro. Umgekehrt: Wer keine Verhinderungspflege benötigt, kann für acht Wochen Kurzzeitpflege beziehen, also 3.224 Euro.


Tages- und Nachtpflege

Wenn die Pflege zu Hause an ihre Grenzen kommt, können Senior*innen für ein paar Stunden des Tages (oder der Nacht) eine spezialisierte Einrichtung besuchen. Zum Service gehört meist ein Hol- und Bringdienst bzw. die Unterstützung bei der Organisation dessen dazu.

 

Die Tagespflege ist ideal für betreuungsbedürftige Senior*innen, die weiter in ihrem heimischen Umfeld wohnen wollen. Sie können sich in einem individuell festgelegten Zeitrahmen in einer Tagespflegestätte aufhalten, sind gut versorgt und durch Kontakte mit Gleichgesinnten nicht einsam – gerade für berufstätige Angehörige eine große Erleichterung. Die Nachtpflege eignet sich vor allem für Demenzkranke, die nachts aktiv sind und deren Angehörige deshalb unter Schlafmangel leiden.

 

Je nach Einrichtung, Region und Leistungspaket fallen die Kosten für Tages-/Nachtpflege unterschiedlich aus. Abhängig vom Pflegebedarf der Senior*innen sind die Kosten für die Grundpflege (z.B. Unterstützung beim Toilettengang) oder die Leistungen der Behandlungspflege (z. B. Medikamentengabe). Die AWO Pflegeberatung berät über die möglichen Kostenerstattungen durch die Pflegeversicherung.

 


Betreutes Wohnen

Bei diesem Wohnkonzept, das auch als »Service Haus« oder »Wohnen mit Service« bezeichnet wird, leben Senior*innen selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung, können aber bei Bedarf auf einen oft umfangreichen Service zurückgreifen – von der Wäscheversorgung bis zum ambulanten Dienst.

 

Beim Betreuten Wohnen liegt der Schwerpunkt auf der Eigenständigkeit der Senior*innen. Die Betreuungsleistungen sind lediglich als Unterstützung gedacht und dienen dazu, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Vorteil: Ist die Anlage an eine Pflegeeinrichtung angegliedert, ist ein Umzug bei zunehmender Pflegebedürftigkeit nicht mehr notwendig.

 

Die Kosten hängen davon ab, ob man sich in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen einmieten oder -kaufen möchte. Ausschlaggebend sind u.a. Ausstattung und Lage. Zu den Wohnkosten kommen eine Betreuungspauschale sowie Kosten für Zusatzleistungen wie Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Eine individuelle Beratung bietet die AWO an.

 


Zu den genannten Wohn- und Pflegeformen hat die AWO ein entsprechend umfangreiches Angebot. Wenn Sie Fragen zu Wahl und Finanzierung haben, können Sie sich jederzeit an die AWO Pflegeberatung wenden. Dort gibt es kostenlose und auf die persönliche Situation abgestimmte Informationen. Online zu erreichen unter www.awo-pflegeberatung.de oder telefonisch unter der Gratis-Nummer: 0800 6070110.

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