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Kurz und Kneipp

19. Dezember 2012

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Die kalte Jahreszeit ist da und hat wieder allerlei Viren im Gepäck. Da hilft nur eins: vorbeugen und abwehren – am besten mit der ebenso einfachen wie ergiebigen 5-Elemente-Methode des Gesundheitsapostels Sebastian Kneipp.

1. Wasser

Kurze Erklärung vorneweg: Mit 28 Jahren erkrankte Sebastian Kneipp an Tuberkulose. In dieser Zeit badete er mehrfach einige Augenblicke in der eis- kalten Donau und wurde wieder gesund. Seitdem predigte der spätere Hydrotherapeut aus Wörishofen die »Heilkraft des Wasser«. Die bekanntesten der über 120 Kneipp-Anwendungen sind Taulaufen, Schnee- und Wassertreten. Dabei geht man im Storchengang über feuchte Wiesen, Eis oder durch das Wasser. Sobald die Kälte unangenehm wird, heißt es raus – und rein in warme Socken.

2. Bewegung

Egal ob Wandern, Schwimmen, Radfahren oder Tanzen – Hauptsache ist, Sie bringen Glieder und Kreislauf in Schwung. Dadurch werden Ihr Bewegungsapparat sowie auch Stoffwechsel und Nerven angeregt. Man fühlt sich belastbarer und gleichzeitig erholter. Auch wenn Sie nicht mehr so gut zu Fuß sind, sollten Sie versuchen, regelmäßig – und zwar bei jedem Wetter – an die frische Luft zu gehen. Am besten, Sie integrieren es als festes Ritual in den Alltag, denn: »Das Schwierigste am Sport ist der Schritt vor die Tür.«

3. Ernährung

»Speise morgens kaiserlich, mittags königlich und abends bettelarm«, lautete das seit Generationen weitergegebene Motto von Sebastian Kneipp. Er empfahl kleine (saisonale) Portionen über den Tag zu verteilen, so dass der Magen geschont und Heißhungerattacken vermieden werden. Außerdem: fünf Mal täglich eine Hand voll Obst und Gemüse und statt Salz lieber mit Kräutern würzen. Alkohol und Kaffee sind durchaus erlaubt – aber in Maßen! Zu den gesunden »Zutaten« am Tisch gehören Genuss, Freude, Ruhe und Zeit; »Gift« sind Fernsehen oder Zeitungslektüre.

4. Heilpflanzen

Wie die alten Ägypter, Germanen und Chinesen nutzte auch Sebastian Kneipp die Kräuter für seine Therapien. Er bereitete Tinkturen, Salben, Pulver, Tees und Öle daraus, die er kurmäßig zur Heilung und Vorbeugung anwendete. So hilft ein Tee aus Lindenblüten oder Holunderblüten bei Erkältung, und Fenchel beruhigt die Verdauung  (s. auch »Kräuterweib« S. 22-23).  Einen interessanten Kräuter- und Erlebnisgarten gibt es im schwäbischen Trochtelfingen. Er ist nach den Zonen des menschlichen Körpers angelegt. Tipp: Themenführungen, bei denen ab September u. a. Pflanzen vorgestellt werden, die in der Erkältungszeit das Immunsystem unterstützen. Mehr Info: »Kräuter Welt«, Im Grindel 1, 72818 Trochtelfingen, Telefon 07124-92910, www.kraeuterwelt.info

5. Seelische Balance

Sebastian Kneipp wusste bereits vor fast 200 Jahren, dass »Ordnung im Seelenleben« den Menschen positiv beeinflusst. Dabei kann eine zu große, aber auch eine zu geringe Belastung (also auch eine geistige Unterforderung) zur Störung des Wohlbefindens führen. Denn: »Jedes Zuviel und jedes Zuwenig setzt an Stelle der Gesundheit Krankheit.« An trüben Tagen hilft es, sich schöne Momente bewusst ins Gedächtsnis zu rufen, um die Stimmung aufzuhellen. Wichtig: soziale Kontakte. Die finden Sie z. B. in einem der zahlreichen Kneipp-Vereine, die sich über ganz Deutschland verteilen. Info unter: www.kneippbund.de

Tipp für ihren nächsten Urlaub

Im Wörishofener Kneippianum werden die Gäste ganzheitlich gemäß den 5 essenziellen Säulen der Kneipp-Therapie behandelt. www.kneippianum.de

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