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Bitte lächeln!

Lächelnde Seniorin
© Eric Langerbeins/COMMWORK Werbeagentur GmbH

Gesunde Zähen schenken uns Lebensqualität. Weil sie unser Lächeln strahlen und uns genussvoll in einen saftigen Apfel beißen lassen. Damit uns dieses Vergnügen lange erhalten bleibt, bedarf es einer sorgfältigen Zahnpflege. Hier finden Sie hilfreiche Tipps zur Reinigung sowie zu den besonderen Herausforderungen der Mundhygiene im Alter.

Wilde Mythen rankten sich in der Vergangenheit um die Zahngesundheit. Um 1800 v. Chr. glaubte man zum Beispiel an einen diabolischen »Zahnwurm«, der für schmerzende Zähne verantwortlich gemacht wurde. Um ihn zu vertreiben, kamen sowohl Zaubersprüche als auch verschiedene Heilkräuter zum Einsatz.

Schon früh erkannte man aber, dass regelmäßige Pflege die Zahngesundheit erhält. Unter Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) etablierte sich in Rom die hygienische und kosmetische Zahnpflege. Die Zähne wurden mit Pflanzenfasern und Zahnstochern gereinigt.

Die Zahnbürste, wie wir sie heute kennen, wird 1498 in China zum ersten Mal erwähnt. Sie bestand aus einem Bambusholz, an dem Borsten des sibirischen Wildschweins befestigt wurden. Solche Borsten finden wir heute nicht im Supermarkt, stattdessen aber eine riesige Palette an verschiedenen Zahnpflegeprodukten wie Pasten, elektrische Zahnbürsten, Zungenschaber und Mundwasser.

Die Fegetechnik – So putzen Sie richtig

Morgens und abends sollte das Zähneputzen alle Zähne systematisch abdecken und so lange dauern, bis aller Zahnbelag entfernt ist. Die »Drei-Minuten- Regel« dient lediglich als Richtwert. Damit keine Stelle übersehen wird, bietet es sich an, nach System zu putzen. Beginnen Sie mit der Außenseite der Zähne und nehmen Sie sich anschließend die Innenseite vor. Dazu setzen Sie den Bürstenkopf im 45°-Winkel zur Hälfte auf den Zahnfleisch, zur Hälfte am Zahn an (1). Früher wurden kreisende Bewegungen empfohlen, heute hingegen gilt für die Putzrichtung »von Rot nach Weiß«. So werden Essenreste und Bakterien nicht unters Zahnfleisch geschoben. Mit horizontalen, leicht rüttelnden Bewegungen wird der Zahnbelag gelöst und anschließend vom Zahnfleisch zu den Zahnspitzen ausgefegt (Fegetechnik). Übermäßiger Druck ist nicht nötig.
Stattdessen kann zu festes Aufdrücken sogar zu Verletzungen des Zahnfleisches führen. Anschließend werden die Kauflächen gereinigt. Hier darf gern etwas geschrubbt werden (2). Zum Schluss werden die Zahninnenseiten geputzt – auch mit der Fegetechnik (3).

Für eine gesunde Mundhygiene wird die Zahnbürste/der Bürstenkopf alle 2–3 Monate gewechselt. Um Bakterien und Keimen keinen Nährboden zu bieten, sollte die Zahnbürste nach ihrem Einsatz mit heißem Wasser abgespült werden und zum Trocknen mit dem Kopf nach oben in einem Becher stehen. Da sich auch auf der Zunge Bakterien sammeln, muss diese genau wie die Zähne gründlich gereinigt werden. Spezielle Zungenbürsten und -schaber erleichtern die Reinigung und helfen, Mundgeruch zu vermeiden.

Was ändert sich im Alter?

Was ändert sich im Alter? Die Fegetechnik ist für jedes Alter ratsam. Trotzdem ergeben sich für ältere Menschen bei der Zahnpflege neue Herausforderungen. Häufig werden die Zahnzwischenräume im Alter größer. Zahnseide reinigt dann oftmals weniger gut als kleine Bürstchen, die speziell für die Reinigung der Zahnzwischenräume entwickelt wurden.

Wenn die Sehkraft und der Geruchssinn nachlassen, werden Beläge schwerer erkannt und die Sauberkeit der eigenen Zähne kann weniger genau geprüft werden.

Vor allem kann aber eine abnehmende Geschicklichkeit die gründliche Reinigung beeinflussen und die richtige Pflege von Zähnen, Implantaten, Brücken und herausnehmbarem Zahnersatz unmöglich machen.

Bei der Zahnbürstenwahl gilt: Die beste Zahnbürste ist die, die benutzt wird. Stärker verallgemeinern lässt sich der Ratschlag kaum. Stattdessen sollte die Zahnbürste den individuellen Bedürfnissen angepasst sein. Spezielle Hilfsmittel wie extra große Griffe können zum Beispiel bei Schwierigkeiten mit der Feinmotorik unterstützen.

Auch die Einnahme verschiedener Arzneimittel, die im Alter meist steigt, kann Einfluss auf den Mundraum nehmen. Oft tritt eine medikamentös bedingte Mundtrockenheit auf und erhöht die Gefahr von kariösen Schädigungen, insbesondere an den Wurzeloberflächen. Bei Mundtrockenheit kann das Lutschen von zuckerfreien Bonbons oder das Kauen von Kaugummi helfen. In schwereren Fällen kommen auch Speichelersatzmittel zum Einsatz.

Die Pflege der Dritten

Der Zahnersatz muss komfortabel sein, verlässlich und dauerhaft funktionieren und zudem ästhetisch aussehen. So fungiert er nicht nur als Kauwerkzeug, sondern stärkt das Selbstbewusstsein und spielt eine Rolle bei Erhalt oder Wiedergewinnung von sozialer Kompetenz. Die Pflege der »Dritten« ist ebenso wichtig, wie die Pflege der eigenen Zähne. Daher sollte der Zahnersatz nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abgespült und zweimal täglich gebürstet werden. Mit speziellen Prothesenbürsten gelangt man auch an schwer zu erreichende Stellen. Besonders gründlich sind dabei jene Stellen zu reinigen, die auf dem Gaumen und dem Zahnkamm aufliegen.

Da die Mundschleimhaut von der Prothese ständig bedeckt ist und die natürliche Reinigung mit Speichel verhindert wird, erhöht sich das Risiko von Entzündungen. Es sollten daher auch Zahnfleisch, Gaumen und Zunge täglich mit einer weichen Zahnbürste gereinigt und massiert werden.

Gesunde Zähne, gesunder Körper

Unser Körper ist ein ganzheitliches System: Wenn eine Komponente aus der Balance gerät, hat das Folgen für den gesamten Organismus. Zahngesundheit betrifft also nicht nur den Mundraum. Jede Bakterienvermehrung hier erhöht das Risiko für weitere Erkrankung, da die Bakterien andere Organe befallen können beziehungsweise Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und Diabetes Vorschub leisten. Besonders, wenn das Immunsystem im Alter an Stärke verliert, sollte diese zusätzliche Gefahrenquelle vermieden werden.
Neben der gründlichen Zahnpflege ist es wichtig, regelmäßig alle sechs Monate die Vorsorge beim Zahnarzt wahrzunehmen, um Entzündungen früh zu erkennen, zu behandeln und so Folgeerkrankungen zu verhindern.

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