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Radfahren unter Strom

19. März 2012

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Ein kräftiger Tritt in die Pedale reicht aus, um das Fahrrad kinderleicht ins Rollen zu bringen. Und das nicht nur für wenige Meter, sondern über eine Strecke von bis zu 70 km lang. Die so genannten Pedelecs – Pedal Electric Cycle – sind auf deutschen Radwegen und Straßen auf der Überholspur.

Den Unterschied zum herkömmlichen Drahtesel bei dieser noch relativ jungen Fahrradgeneration bildet ein eingebauter spezieller Elektromotor mit einem bis zu 250 Watt starken Antrieb. Durch eine ebenfalls elektronische Regelung unterstützt dieser über Sensoren je nach der individuellen Einstellung und dem entsprechenden Bedarf den Fahrer des E-Bikes. Vor allem ältere Menschen wissen die hierdurch erzeugten Vorteile zu schätzen.

Während beim Fahren mit dem altbekannten Rad die Tour nicht selten durch Gegenwind oder Steigungen schnell zur Tortour werden kann, ist man mit dem Pedelec sehr viel entspannter unterwegs. Neben kurzen Strecken wie z.B. zum Einkaufen oder zum Kaffeeklatsch lassen sich mit dem elektrischen Fahrrad bei ebenen Straßen sogar Wege von bis zu 70 km leicht bewältigen. Die genaue Leistung hängt sowohl von der eigenen Mithilfe durch das Treten als auch von der entsprechenden Akkukapazität ab, die je nach Modell unterschiedlich ist.

Fakt ist, dass nirgendwo sonst in Europa so viele E-Bikes gekauft werden wie in Deutschland.

Laut des Branchenverbands ZIV fanden rund 300.000 Pedelecs allein 2011 einen neuen Besitzer. Schätzungen zufolge sind derzeit schon bis zu 800.000 der elektrischen Zweiräder insgesamt in der Bundesrepublik im Einsatz. Ob sich dieser Boom auch in diesem Jahr fortsetzt, bezweifeln Experten jedoch. Aufgrund des immer noch sehr hohen Durchschnittpreises von 2.400,– Euro sind die Pedelecs für die Mehrheit schlicht zu teuer. Sie fordern deswegen eine Preissenkung.

Nur so könne die Branche die Elektrofahrräder auch an die jüngere Zielgruppe  verkaufen, bei der durchaus reges Interesse besteht. Allein schon für den Weg zur Arbeit würden viele der herkömmlichen Radfahrer auf das E-Bike umsteigen, um so zum einen weniger zu schwitzen und gleichzeitig schneller am Ziel zu sein. Auch die Enkel der derzeit mehrheitlichen Pedelec-Fahrer können sich für die Elektrozweiräder begeistern, bieten sie doch dank ihrer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h auch schon für 14-jährige die perfekte Alternative zur Mofa. Denn rechtlich ist das E-Bike dem Fahrrad gleichgestellt.

Pedelecs sind außerdem eine echte Alternative zum Auto oder Motorrad.

Durch den häufig stark eingeschränkten öffentlichen Nahverkehr sind vor allem Menschen aus ländlicheren Regionen auf einen motorisierten fahrbaren Untersatz angewiesen. Selbst Kurzstrecken wie der Weg zum Bäcker oder zur Bank sind auf dem Land oft immer noch zu weit, um zu Fuß erledigt werden zu können. Anstatt in diesen Situationen jedoch im Pkw Gas zu geben, bietet sich hierfür der Schwung auf das E-Bike gerade zu an. Man kommt nicht nur selbst an die frische Luft, sondern tut ganz allgemein etwas für sie.

Im Gegensatz zum sehr viel höheren Emissionsausstoß, der durch den Einsatz von Verbrennungsmotoren erzeugt wird, ist das Pedelec die umweltfreundlichere Alternative. Abgesehen davon, dass das Fahren mit dem Rad – ob herkömmlich oder elektronisch – die eigene Fitness und Mobilität ganz nebenbei auch noch fördert.

 

 

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